Tengelmann Klimamarkt (Lebensmitteleinzelhandel)

Eingereicht von:Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG
Wissollstraße 5-43, 45478 Mülheim an der Ruhr
Sieglinde Schuchardt
sschuchardt@uz.tengelmann.de
 
Baujahr:2008
Funktionsbereiche:Verkaufs- oder Versandbereich, Lagerbereich, Besprechung- und Vortragsräume, Büroräume, Gebäude ohne Wohnraumanteil
Bruttogrundfläche:0 m2
Nettogrundfläche:1551 m2
Nutzfläche, gesamt:1551 m2


Gebäudebeschreibung

Bei dem Tengelmann Klimamarkt handelt es sich um ein freistehendes, eingeschossiges Nichtwohngebäude, das für den Lebensmitteleinzelhandel genutzt wird.

Der Markt gliedert sich in Verkaufs-, Büro-, Sozial- und Vorbereitungsräume sowie einen Lagerraum.
Die Tragkonstruktion entspricht einer einschiffigen Halle aus Stahlbetonstützen und Stahlbetonbindern mit Trapezblecheindeckung und außen liegender Dämmung. Eine verglaste Stahlleichtkonstruktion bildet den neuen Eingangsbereich zum Marktgebäude.
Im Anschluss an das Hauptgebäude befindet sich ein bungalowähnlicher Neubau mit Wänden aus Kalksandsteinen und einer Stahlkonstruktion als Dachtragwerk mit Trapezblecheindeckung. Dieses Gebäude wird von einem Floristen genutzt.

Das Gebäude wird im Sinne der Energieeinsparverordnung EnEV 2007 / 7 als Nichtwohngebäude mit normalen Innentemperaturen betrachtet.


Besonderheiten des umweltfreundlichen Gebäudekonzepts

Die Kombination sämtlicher Möglichkeiten aus den Bereichen der erneuerbaren Energien und der Effizienz steigernden Maßnahmen stellt den Innovationsgehalt des Pilotprojektes dar. So kam bereits Bewährtes genauso zum Einsatz wie Technologien, die eigens für dieses Projekt entwickelt wurden. Auch wurden erstmals innerhalb einzelner Gewerke Technologien kombiniert, z. B. kommt für die Marktheizung die Kombination von Geothermie und Abwärmenutzung aus der Kältetechnik zum Einsatz mit dem Erfolg, dass die konventionelle Gasheizung überflüssig wurde. Die Gebäudehülle wurde darüber hinaus sehr aufwändig gedämmt.
Die Verbundkälteanlage des Klimamarktes wird mit dem innovativen Kältemittel CO2 betrieben, ein Novum in deutschen Supermärkten. CO2 hat ein um den Faktor 3.260 geringeres Treibhauspotential als herkömmliche Kältemittel. Darüber hinaus sind alle Kühlmöbel, auch in den Bedientheken, mit Glastüren/-deckeln verschlossen. Die im Sommer zum effizienten Betrieb der CO2-Anlage erforderliche Außenkühlung erfolgt mit Regenwasser, das in einer 100 m³ großen, eigens zu diesem Zweck gebauten, unterirdischen Zisterne aufgefangen wird. Auf diese Weise wird nicht nur Energie, sondern auch die wertvolle Ressource Wasser gespart.
Neben ausgedehnten Fotovoltaikflächen an der Fassade und auf dem Dach zur Erzeugung von grünem Strom verfügt der Markt über eine hoch effiziente, weil tageslichtabhängige Beleuchtungssteuerung, die mit ins Dach eingelassenen Glasflächen kombiniert ist. Durch den Tageslichteinfall kann die Gangbeleuchtung über Beleuchtungsfühler elektronisch bis auf 3 Prozent gedimmt werden. Darüber hinaus kommen ausschließlich hoch effiziente Leuchtmittel (LED und TL5) im Klimamarkt zum Einsatz.
Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass das Klimamarktkonzept in einer bereits bestehenden Filiale realisiert wurde, was sich sehr viel aufwändiger und schwieriger gestaltete als in einem Neubau, in dem sich neue Technologien relativ einfach umsetzen lassen. Als Supermarktbetreiber verfügt die Unternehmensgruppe Tengelmann jedoch über 700 weitere Märkte, für die die Umsetzbarkeit von Energieeffizienzkonzepten am Klimamarkt erprobt wird.


Gebäude-Bilder









Planung und Realisierung

Bauherr:Unternehmensgruppe Tengelmann
Eigentümer:Unternehmensgruppe Tengelmann
Generalunternehmer:ITGB - Gesellschaft für integrierte Technik in gewerblichen Bauten, Dinslaken
TGA Planer:Architekturbüro Vervoorts & Schindler, Bochum