dm-Kombi-Verteilzentrum Weilerswist (Logistik- und Verteilzentrum incl. Bürogebäude)

Eingereicht von:dm drogerie markt GmbH + Co. KG
Carl-Metz-Str. 1, 76185 Karlsruhe
Kerstin Langer
kerstin.langer@dm-drogeriemarkt.de
 
Baujahr:2009
Funktionsbereiche:Verkaufs- oder Versandbereich, Lagerbereich, Besprechung- und Vortragsräume, Büroräume, Bereiche für Werkstätten, Labore und Arbeitsräume, Gebäude ohne Wohnraumanteil
Bruttogrundfläche:160000 m2
Nettogrundfläche:0 m2
Nutzfläche, gesamt:100000 m2


Gebäudebeschreibung

Logistik bei dm funktioniert heute erfolgreich, weil sie sich ganz in den Dienst ihrer Kunden stellt. So, wie die Filialmitarbeiter von dm kundenorientiert handeln, so agieren deren Kollegen in der Logistik für ihre Kunden, die Filialteams. Deshalb bezeichnet dm die Logistik, ebenso wie die anderen Zentralressorts, als filialunterstützenden Dienst. Aufgabe der dm-Logistik ist es,

1.die unternehmensinternen und -übergreifenden güter - und Informationsflüsse zu konzipieren, zu steuern und zu bewerten.
2. Im Zusammenspiel mit den dm-Märkten und allen filialunterstützenden Diensten einen angenehmen, vollständigen und schnellen Einkauf in einer freundlichen Atmosphäre zu ermöglichen.
3. Die im Sinne des Dauerpreiskonzepts günstigste Leistung anzubieten, also zur Produktivität des Unternehmens beizutragen.

Derzeit gibt es zwei von dm betriebene Logistikzentren, in denen Menschen aus 45 Nationen zusammenarbeiten. Hinzu kommen 15 regionale Umschlagverteilzentren und vier sogenannte Volumenverteilzentren mit jeweils angemessen kurzen Distanzen zu den Märkten. 2009 lieferten die dm-Verteilzentren über 275 Millionen Greifeinheiten pünktlich in die Filialregale. Das sind 1,7 Millionen Paletten mit Ware.

Der große wirtschaftliche Erfolg von dm stellte das Unternehmen zu Beginn des neuen Jahrtausends vor die Aufgabe, die Logistik auf neue Kapazitäten und Anforderungen einzustellen. Vor dem Hintergrund der dynamischen Expansion und der erreichten Kapazitätsgrenzen galt es, eine neue Logistikstruktur zu implementieren. Sie sollte es bei weiterem Wachstum erlauben, Technologien und Standorte über einen längeren Zeitraum zu nutzen. Unter diesem Hintergrund wurde das neue dm-Verteilzentrum entworfen, konzipiert und gebaut.

Das Gebäude hat die Funktion eines Verteilzentrum (Lagerung und Kommissionierung)zur deutschlandweiten Verteilung der dm-drogeriemarkt-Ware.

Es unterteilt sich in den westlichen Komplex, bestehend aus dem Wareneingang und dem Kommissionierbereich für Kartonware (VZ) und dem östlichen Komplex, bestehend aus dem Warenausgang und dem Kommissionierbereich für Kleinteile (KTVZ).

Die beiden Komplexe werden verbunden durch den Bereich Einlagerungsvorbereitung (Entpackungsbereich für die Kleinteile)im Zentrum, dem Hochregallager im Norden (Puffer), sowie dem Bürotrakt im Süden. Desweiteren gibt es Kleinanbauten, wie die Technikzentralen und das Pförtnergebäude. Nördlich grenzen die Verladezonen und LKW-Stellplätze von Wareneingang und Warenausgang im Süden die PKW-Stellplätze der Mitarbeiter.


Besonderheiten des umweltfreundlichen Gebäudekonzepts

Als wesentliche ökologische Zielsetzung der logistischen Nachhaltigkeitsstrategie von dm steht die Ressourceneinsparung durch Vermeidung von Transporten im Vordergrund. Wesentliche Verursacher für Transporte sind
Retouren. Hier sieht das dm-Geschäftsmodell vor, Retouren zu 100 Prozent zu vermeiden. Im Bereich der Konsumgüter
spielt die Transportverpackung eine wesentliche Rolle. Sie garantiert zum einen, dass die Produkte sicher und ohne Beeinträchtigung in den Filialen eintreffen. Zum anderen ermöglicht sie einen effizienten Warenumschlags-
und Kommissionierprozess in den Verteilzentren sowie einen effizienten Warenverräumprozess in den Filialen. Transportverpackungen können durch geeignete logistische Prozesse und durch die entsprechende Produktentwicklung im Volumen reduziert oder vor der Auslieferung an die Filialen entfernt werden.
Erst nach dieser ökologischen Nachhaltigkeitsstrategie der Vermeidung von Transporten greifen bei dm die Strategien zur Erhöhung des Nutzvolumens pro Stellplatz auf dem Transport und zur ressourcenschonenden
Durchführung der Transporte. Im Sinne der Unternehmensstrategie von dm spielt es dabei keine Rolle, ob die Effekte der Nachhaltigkeitsanstrengungen in der Supply Chain beim Lieferanten, einem Transportdienstleister oder bei dm direkt auftreten.
Das Ziel ist eine nachhaltige Leistungserstellung gegenüber dem Kunden.
Im Bereich des Gebäudemanagements der Verteilzentren gilt es bei Um- und Neubauten die ökologischen Maßstäbe
zu erfüllen oder sogar zu übertreffen. Emissions- und Energieeinsparungen stehen dabei bei dm an erster Stelle.
Sämtlicher Energiebedarf und alle energetisch relevanten Anlagen des neuen Verteilzentrums in Weilerswist wurden unter Nachhaltigkeitskriterien untersucht. Daraus entstand das Konzept der „lebenszyklusbezogene Investitionsentscheidung“.
Die Investitionsentscheidung wurde so nicht nur auf Grundlage beispielsweise der Anschaffungskosten gefällt, sondern orientierte sich an den Lebenszykluskosten über die gesamte Nutzungsdauer hinweg. Dabei fanden die Instandhaltungskosten ebenso Niederschlag wie Annahmen und Szenarien, die über die preisliche Entwicklung und Ressourcenverfügbarkeit der Energieträger getroffen wurden. Parallel zur ökonomischen Bewertung fand ebenso eine ökologische Bewertung statt, wobei u. a. die Treibhausgas-Emissionen der Varianten miteinander verglichen wurden. Abschließend haben aber auch die technische Langzeitbetriebserfahrung und die Sicherheit für Mensch und Umwelt sowie die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen eine entscheidende Rolle gespielt.
Als konkretes Beispiel in diesem Gesamtkontext ist die Heizungsanlage hervorzuheben, die den Wärmebedarf
des Verteilzentrums decken soll:
Die konventionelle Anlage, eine Gasbrennwerttherme, war mit Anschaffungskosten in Höhe von einer Million
Euro vorgeplant. Damit lag sie um 40 Prozent unter den Anschaffungskosten der unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten favorisierten Anlage, einer Holzhackschnitzelheizung mit Gasbrennwerttherme zur Abdeckung der Versorgungsspitzen. Unter Einbeziehung aller genannten Kriterien ist die Amortisationsdauer dieser Anlage um 4,5 Jahre schlechter als bei konventionellen Verfahren und damit eigentlich nicht „wettbewerbsfähig“. Die Entscheidung fiel schließlich doch für die Holzhackschnitzelheizung. Mit ihr können pro Jahr knapp 1.000 Tonnen umweltschädliches CO2 eingespart werden, was umgerechnet dem Verbrauch von circa 170 Einfamilienhäusern entspricht. Weitere Einspareffekte erzielt dm unter anderem mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach, energieeffizenten Fördermotoren und der Regranulierung von Stretchfolien.


Gebäude-Bilder



















Planung und Realisierung

Bauherr:dm-drogeriemarkt GmbH & Co. KG
Eigentümer:dm-drogeriemarkt GmbH & Co. KG
Generalunternehmer:swisslog AG
TGA Planer:BFK + Partner Architekten BDA