Lager- und Bürogebäude der Fruchthof Konstanz GmbH (Obst u. Gemüsegroßhandel)

Eingereicht von:Fruchthof Konstanz GmbH
Horchstraße 8, 78467 Konstanz
Jürgen Riedlinger
juergen.riedlinger@fruchthof-konstanz.de
 
Baujahr:1999
Funktionsbereiche:Verkaufs- oder Versandbereich, Lagerbereich, Besprechung- und Vortragsräume, Büroräume, Bereiche für Werkstätten, Labore und Arbeitsräume, Gebäude ohne Wohnraumanteil
Bruttogrundfläche:1904 m2
Nettogrundfläche:1860 m2
Nutzfläche, gesamt:3891 m2


Gebäudebeschreibung

Lager- und Verwaltungsgebäude zum Betrieb eines Fruchtgroßhandels
in 78467 Konstanz, Horchstr. 8 (Gewerbegebiet)

Erstellung Bauabschnitt 1: 1999 Bauzeit 7 Monate
Erstellung Bauabschnitt 2: 2006 Bauzeit 9 Monate

Nutzung:
UG BA 1: 2 Zisternen
BA 2: lagerraum und Ausbaureserve
EG
Verkaufsbüro, Umschlaghalle, 9 Kühlräume
8 Ladedocks für LKW, 1 Verladereampe für Kleinverkehr
Haustechnik und Sozialräume
OG


Besonderheiten des umweltfreundlichen Gebäudekonzepts

Beim Neubau der Lager- und Umschlaghalle mit Produktions- und Verwaltungsräumen standen ökologische Aspekte
mit einfachen und kostengünstigen, aber dennoch möglichst energieffizienten Lösungen im Vordergrund.

Das aktive Energiekonzept beinhaltet die Nutzung der Erdtemperatur. Die 120 in den lehmigen Untergrund gerammten Gründungspfähle auf denen das Gebäude steht, enthalten wasserführende Leitungen, die miteinander verbunden sind. Von einer Pumpe angetrieben, zirkuliert das Wasser in den Pfählen und kühlt sich in 15 m Tiefe auf 9°C ab, bevor es wieder in die Kühlschläuche im Boden der Lagerhallen geleitet wird und so die Temperatur im Sommer konstant niedrig hält. Im Winter genügt diese Temperatur zur frostfreien Klimatisierung der Lagerhallen. Eine zusätzliche Heizung ist im Betriebsbereich nicht erforderlich. Elektrisch betriebene Kühlelemente kühlen bestimmte Lagerräume noch auf eine Lagertemperatur von vier Grad herunter.
Mit diesem System liegt man beim Stromverbrauch gut 50% unter dem Bedarf vergleichbarer Betriebe. Fünf Prozent des verbrauchten Stroms werden mit der hauseigenen Fotovoltaikanlage erzeugt. Ein EDV-gesteuertes Energieoptimierungssystem trägt ebenfalls zur Minimierung des Energieverbrauchs bei.
Der Strombedarf wird seit 2004 zu 100% aus erneuerbaren Energien gedeckt.

Das passive Energiekonzept unterstützt die aktiven Komponenten durch die Bauweise mit einer soliden Stahlbetonhülle in 24 cm Stärke in Kombination mit 6-8 cm Kerndämmung und einer 14 cm starken Vorsatzschale, ebenfalls aus Stahlbeton. Den oberen Abschluss gestaltet ein 25 cm hoher Substrataufbau mit Dachbegrünung sehr authentisch und naturnah: Auf 1200 qm Fläche entfaltet sich hier eine Vielfalt an Blüten und Gräsern in voller Pracht. Nach 10 Jahren stehen hier auch prächtige Birken, Weiden und Pappeln. (s.h. sonstiges Bild 1/2)

Der Wasserbedarf für die Beregnung der gesamten Grünflächen und die dadurch erzeugten Verdunstungskühlung auf den Dachflächen wird aus den unter dem Gebäude liegenden Zisternen mit ca. 270.000 Liter Fassungsvermögen gedeckt.

Dieses Energieprinzip hat sich in den ersten Jahren so hervorragend bewährt, dass für den Erweiterungsbau, bei dem die Kühlflächen mehr als verdoppelt wurden, alle ökologischen Komponenten wieder eingesetzt wurden.


Gebäude-Bilder



















Planung und Realisierung

Bauherr:BHG Riedlinger
Eigentümer:BHG Riedlinger, Horchstraße 8, 78467 Konstanz
Generalunternehmer:Wolf u. Müller GmbH + Co. KG
TGA Planer:./.