Möbel Hardeck (Möbelhaus)

Eingereicht von:SchürmannSpannel AG
Lise-Meitner-Allee 6, 44801 Bochum
Architekt Dipl.-Ing. Thomas Schmidt
t.schmidt@sspag.de
 
Baujahr:2010
Funktionsbereiche:Verkaufs- oder Versandbereich, Lagerbereich, Besprechung- und Vortragsräume, Büroräume, Gebäude ohne Wohnraumanteil
Bruttogrundfläche:12400m² m2
Nettogrundfläche:11400m² m2
Nutzfläche, gesamt:10400m² m2


Gebäudebeschreibung

Erweiterung Möbel Hardeck
Erläuterungstext


Möbel Hardeck existiert seit 70 Jahren in Bochum. Das an einer Hauptverkehrsachse gelegenen Möbelhaus wurde 2000 durch einen eigenständigen neuen Baukörper - Haus 1- erweitert und mit diesem über eine 2 geschössige Brückenpassage verbunden. So bietet es heute als Vollsortiment über 40.000m2 Verkaufsfläche. Die neue 3. Erweiterung - Haus 3 - liegt wie die beiden bereits bestehenden Baukörper an der Kreuzung Wittener Straße Werner Hellweg, die die Innenstadt Bochum mit Witten verbindet.
Während es auf der Nordseite von der Hauptverkehrsachse tangiert wird, grenzt auf der Südseite das Gelände das Opelwerk (Werk 1) an. Dieses Gelände ist geprägt durch großmaßstäbliche, funktionale Hallenbauten.

Städtebauliche Eingliederung

Wie bereits in der 2. Erweiterung - Haus 1 - von 2000 der SchürmannSpannel AG, wird auch dieser Baustein über eine Brückenpassage an dem Bestandskörper angebunden. Zusammen mit dem Bestandsgebäude wird eine Torsituation geschaffen, ein neuer Ein-gang für die Stadt Bochum, der sich in das Stadtgefüge einpasst.

Integrales Gebäudekonzept

Die Leitidee für das neue Gebäude ist das Bild eines Möbelregals. Die Ebenen der Ver-kaufsflächen sind dessen Böden und die Brücke schiebt sich wie eine Schublade aus der großen Glasfassade, die Möbelfenster, heraus. Es erweitert die hochwertige Verkaufsflä-che, wie es auch der 2. Erweiterungsbau - Haus 1 - tat.

Erschließung

Den Eingang erreicht der Besucher direkt von dem Plateau auf der Südseite des Gebäu-des. Dort liegt auch der Parkplatz mit insgesamt 204 Stellplätzen. Der Besucher wird durch das Vordach und den großzügigen verglasten Eingangsbereich in das Gebäude geführt. Im Inneren liegt dann die zentrale, barrierefreie Erschließung des Gebäudes. Mit Hilfe dieses Arttriumphs kann der Besucher sich orientieren und mit den Aufzügen oder der Treppenanlage die weiteren Verkaufsebenen begehen. Verbunden sind die 2. und 3. Etage über die Brückenpassage mit den Bestandsgebäuden, um einen Rundgang durch alle Gebäude zu ermöglichen. Die schlanke Gebäudeform ermöglicht dem Besucher sich leicht zu orientieren. Die Anordnung von großflächigen Fenstern ermöglichen Ausblicke und eine natürliche Belichtung für das gesamte Gebäude wird gewährleistet.

Fassade

Das Gebäude ist Nord- Süd orientiert und kann somit über die Längsseiten, die eine Län-ge von ca. 110m haben eine maximale natürliche Lichtausbeute garantieren. Sehr reprä-sentativ öffnet sich die Nordseite zur Hauptverkehrsachse als Schaufenster mit einer großflächigen transparenten Fassade. Gefasst wird die Fassadenseite durch einen Alu-minium verkleideten Rahmen. Das Erdgeschoss setzt sich zurück, um den Rahmen zu verstärken. Die Südfassade stellt sich mit der hellen Aluminiumwelle eher geschlossen dar und wird durch die Fensterbänder strukturiert. Nur der Eingang wird durch die groß-zügige Glasfassade und das Vordach markiert.


Besonderheiten des umweltfreundlichen Gebäudekonzepts

Erweiterung Möbel Hardeck
Energiekonzept


Der 110m lange, 25m breite und 4 geschössige kompakte Gebäudekomplex ist Nord -Süd orientiert. Aufgrund der geringen Gebäudetiefe und der Fensteranordnung auf Nord- und Südseite wird eine maximale natürliche Belichtung erreicht. Die Nordfassade sowie die Fassaden der Brückenpassage sind großzügig verglast. Die Südseite stellt sich eher geschlossener dar und ermöglicht den optimalen Lichteinfall über die gesamte Länge angeordnete Fensterbänder.

Um die Wärmeeinträge im Sommer zu minimieren, wurde auf eine Sonnenschutzvergla-sung inkl. Blendschutz zurückgegriffen. Da auf eine sonst erforderliche Lüftungsanlage verzichtet wurde, erfolgt die Be- und Entlüftung sowie die Entrauchung im Brandfall auf natürlichem Wege über die automatisch gesteuerten Öffnungselemente der Längsfassa-den. Die Zuluft erfolgt in diesem Fall über die Dreh- und Kippflügel in Nord- und Südfas-sade. Die warme Abluft wird dabei im oberen Teil der einzelnen Geschosse mit Hilfe von Lüftungspipes abgeführt. Die massive Stahlbetonkonstruktion schafft eine hohe Spei-chermasse und dient im Sommer unterstützend. Der hohe Wärmestandard der Fassaden und das gute AV-Verhältnis des Gebäudes (0,22m2/m3) verringert den zusätzlichen Ein-satz von Heizenergie.

Weitere Einsparpotenziale des Stromverbrauchs werden durch die großflächige angelegt Photovoltaikanlage auf dem Dach erfüllt.

Da das Baugrundstück ein ehemaliges Bergbaugebiet, später eine bebaute Industrieflä-che war und keine Versickerung zulässt, wird das Anfallen des Regenwassers mit Hilfe eines Stauraumkanals aufgefangen und für die WC-Anlagen im Gebäude wiederverwen-det. Im Haus 1 wird das anfallende Regenwasser für die Einspeisung der Sprinklertanks verwendet.

Auf Grund des integralen Planungsansatzes ist ein energieoptimiertes und wandelbares Möbelhaus entstanden, das für die zukünftigen Aufgaben gerüstet ist.


Gebäude-Bilder
















Planung und Realisierung

Bauherr:Möbel HardecK
Werner Hellweg 2-30
44803 Bochum
Eigentümer:Möbel HardecK
Werner Hellweg 2-30
44803 Bochum
Generalunternehmer:August Heine Baugesellschaft AG
Centroallee 277
46006 Oberhausen
TGA Planer:SchürmannSpannel AG
Integrale Planung
Lise-Meitner-Allee 6
44801 bochum